Gedenkstättenfahrt nach Ravensbrück
 

Alljährlich unternimmt das Schülernetzwerk „M.u.T – für Menschlichkeit und Toleranz“ Gedenkstättenfahrten nach Ravensbrück ins Frauenarbeiterlager und nach Auschwitz ins Massenvernichtungslager. Dieses Jahr wurde die Fahrt nach Ravensbrück, welche vom 16. September bis zum 17. September erfolgte, von mir, der FSJ’lerin der Rudolf- Virchow-Oberschule und den aktuellen M.u.T-Mitgliedern begleitet.
Insgesamt fuhren 37 Schüler_innen, u.a. von der Siemens-Oberschule, der Thüringen-Oberschule, der Marcel-Breuer-Schule, der Melanchthon-Oberschule und natürlich der Rudolf-Virchow-Oberschule in das ehemalige Frauen-KZ bei Fürstenberg.

Das oberste Ziel dieser Fahrten ist es den Schüler_innen zu ermöglichen, sich selbstständig mit der NS-Zeit und dem Thema Antisemitismus und Rassismus im Allgemeinen auseinanderzusetzen.
Auf dem Programm steht deshalb als erstes immer eine Selbstführung, bei der die Jugendlichen eigenständig das KZ-Gelände erkunden. Anschließend werden gezielt Stationen bei denen Fragen aufkamen mit einem Mitarbeiter der Gedenkstätte besichtigt. Somit ist es den Schüler_innen abermals gestattet, das Programm nach ihren eigenen Interessen zu gestalten.

Den Höhepunkt stellt wohl in jedem Jahr das Zeitzeugengespräch dar. Bei der vergangenen Fahrt erklärte sich  u.a. Karl Stenzel, welcher selbst dreieinhalb Jahre im Männerkonzentrationslager Sachsenhausen war, bereit,  seine Geschichte zu erzählen und die Fragen der Teilnehmer_innen zu beantworten.
Mit den neuen Eindrücken des Dialogs fanden sich die Schüler anschließend in den von M.u.T-Mitgliedern organisierten Workshops zusammen, welche die Themen Toleranz, Rassismus heute und Täter-Opfer-Relation behandelten. Zudem gab es auch das Angebot, sich in einem kreativen Workshop auf eine andere Art und Weise mit dem Frauenlager zu beschäftigen. Nach zweitägiger Arbeit wurden die Ergebnisse während einer großen Präsentation vorgestellt, wobei jede Gruppe auf verschiedene Weise, sei es mit Plakaten, Briefen oder Bildern das von ihnen selbst Erarbeitete den übrigen vorstellte. Die Kreativ-AG schrieb gemeinsam ein Gedicht und untermalte dies mit verschiedenen Bildern auf denen sie den Alltag der Frauen in Ravensbrück nachstellte.
Neben all der Arbeit, über welche die Schüler_innen keinesfalls klagten, kam jedoch der Spaß auch nicht zu kurz. Während der großzügigen Essenszeiten und einer Kaffee- und Kuchenpause konnten die Teilnehmer_innen sich mit anderen austauschen oder einfach mal ausruhen. Am ersten Abend wurde auch der deutsche Kinofilm „Leroy“ gezeigt, welcher auf  amüsante Weise die Teenagerliebe zwischen einem Afrodeutschen und einem jungen Mädchen mit einer rechtsextremen Familie erzählt.

Beim Nachtreffen im RVO Schulklub, bei dem die teilgenommenen Schüler über ihre gewonnenen Eindrücke sprechen und Bilder austauschen, erschien als weiteres Highlight der Hauptdarsteller „Leroy“ und beantwortete neugierige Fragen.

Alles in allem war die Fahrt ein großer Erfolg bei dem das Netzwerk einen Mitgliederzuwachs vorzuweisen hat. Selbstverständlich wird die Ravensbrückfahrt im kommenden Jahr wieder angeboten und bestimmt genauso positive und aufklärerische Auswirkungen haben wie immer.





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